Erste Studienerkenntnisse zur Impfreaktion gegen SARS-COV-2

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Blog

Erste Studienergebnisse zur Impfreaktion gegen SARS-COV-2 bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen

Stock-Foto Impfung

Wenngleich die SARS-CoV-2-Impfung für die Allgemeinbevölkerung als wirksam gilt, gibt es derzeit nur wenige Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs bei Patientinnen und Patienten mit immunvermittelten entzündlichen Erkrankungen, zu denen auch entzündlich-rheumatische Erkrankungen gehören. Die Entwicklung einer schützenden Immunität erfordert ein funktionierendes Immunsystem. Dieses ist bei Patientinnen und Patienten mit immunvermittelten Entzündungskrankheiten (IMID) in der Regel beeinträchtigt. Durch die Erkrankungen sowie Medikamente, welche die Autoimmunabwehr zusätzlich schwächen, sind Betroffene generell einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Aus diesem Grund wurde angenommen, dass die Immunisierung von Patientinnen und Patienten mit IMID gegen SARS-CoV-2  anders als bei Menschen ohne Immunerkrankung verläuft und gegebenenfalls vom geschwächten Immunsystem beeinträchtigt wird.

Um erste Aussagen zur Wirksamkeit von Impfungen gegen Covid 19 bei Patientinnen und Patienten mit IMID treffen zu können, wurden in einer Studie vom Dezember 2020 bis März 2021 die Antikörperreaktionen auf SARS-CoV-2 bei 182 gesunden Personen und 84 Patientinnen und Patienten mit IMID hinweg verfolgt. Dabei wurden beide Gruppen jeweils mindestens einmal mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft. Die Studie konnte zeigen, dass die SARS-CoV-2-Impfung bei Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen grundsätzlich wirksam ist. Nur eine Minderheit der Betroffenen sprach auch nach der zweiten Immunisierung nicht auf den Impfstoff an. Es wurde jedoch auch ersichtlich, dass die Impfreaktionen zum Teil verzögert verlaufen und reduziert sein können. Etwa 1 von 10 Rheumapatient/innen konnten keine neutralisierenden Antikörper nach der SARS-CoV-2-Impfung entwickeln, während es bei der gesunden Vergleichsgruppe nur 1 von 100 waren. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 90% der Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen adäquat auf die Impfung ansprachen. Darüber hinaus konnte die Studie nachweisen, dass die Impfung gegen SARS-CoV-2 gut verträglich ist und bei Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sogar mit einem geringeren Auftreten von Nebenwirkungen einhergeht.

Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, dass das Risiko für schwere Verläufe von COVID-19 bei von IMID betroffenen Patientinnen und Patienten vergleichsweise erhöht ist. Aus diesem Grund scheint es sinnvoll, diesen einen bevorzugten Zugang zur Impfung zu gewähren.

Quelle: Simon D, Tascilar K, Fagni F, et al. Ann Rheum Dis Epub ahead of print: [please include Day Month Year]. doi:10.1136/annrheumdis-2021-220461