Rheuma ABC Morgensteifigkeit

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Morgensteifigkeit

Ein Indikator für die Krankheitsaktivität und eines der Schreckgespenster vieler Patientinnen und Patienten mit rheumatischen Erkrankungen: die Morgensteifigkeit. Was genau man hierunter versteht, welche Ursachen dahinter stecken und was helfen kann, erfahrt Ihr in unserer dieswöchigen Ausgabe des Rheuma-ABCs.

Morgensteifigkeit - Was heißt das?

Wie der Name bereits vermuten lässt, tritt eine Morgensteifigkeit für gewöhnlich in den frühen Morgenstunden auf. Betroffene berichten oftmals, sich unmittelbar nach dem Aufstehen wie in einem Gipskostüm gefangen und in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt zu fühlen. So kann sich Morgensteifigkeit neben einem allgemeinen Gefühl der Unbeweglichkeit durch eine reduzierte Beweglichkeit einzelner Gelenke, schmerzhafter Bewegungen, Anlaufschmerzen sowie Schmerzen in den Gelenken nach Ruhephasen äußern. Im Laufe des Tages nehmen die Beschwerden in der Regel ab und die betroffenen Gelenken können nach und nach wieder normal bewegt werden. Da die oben genannten Symptome je nach Ursache unbehandelt bis hin zu einer stark einschränkenden Unbeweglichkeit reichen können, lassen sie sich als Alarmsignale des Körpers verstehen. Entsprechend sollten sie ernst genommen und so früh wie möglich ärztlich abgeklärt werden.

Wodurch wird Morgensteifigkeit verursacht?

Symptome der Morgensteifigkeit können darauf hindeuten, dass Gelenkentzündungen im Körper vorliegen. Solche Entzündungsprozesse werden unter anderem mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der Rheumatoiden Arthritis oder dem Morbus Bechterew (Axiale Spondyloarthritis) assoziiert. Darüber hinaus können Erscheinungen einer Morgensteifigkeit auf verschiedene Formen der Arthrose, also verschleißbedingte Gelenkerkrankungen, komplexe Krankheitsbilder wie die Fibromyalgie oder die Multiple Sklerose sowie hormonelle Umstellungen während der Wechseljahre zurückzuführen sein.

Wie wird Morgensteifigkeit behandelt?

Die Behandlung von Morgensteifigkeit orientiert sich in der Regel an der ihr zugrunde liegenden Ursache.

So kann den Beschwerden etwa mit physiotherapeutischen Maßnahmen entgegengewirkt werden. Darüber hinaus kommen insbesondere bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen und anderen systemischen Ursachen häufig medikamentöse Therapien zum Einsatz, um Gelenkentzündungen zu minimieren und die für die Morgensteifigkeit ursächliche Erkrankung zu stoppen oder im Verlauf zu verlangsamen. 

Was kann ich selbst tun, um meine Morgensteifigkeit zu lindern?

Neben therapeutischen Verfahren können Anpassungen des Lebensstils dabei unterstützen, Beschwerden der Morgensteifigkeit in den Griff zu bekommen. Hervorzuheben sind hier die Möglichkeiten der Einflussnahme durch eine Ernährungsumstellung hin zu einer entzündungshemmenden Ernährung sowie ausreichend sportliche Aktivität und Bewegung im Alltag. Hier gilt grundsätzlich, in Absprache mit dem Arzt eine Sportart zu finden oder gegebenenfalls beizubehalten, die einem Spaß macht. Besonders empfehlenswerte Sportarten und Aktivitäten sind hier Spaziergänge, Schwimmen, Gymnastik oder Yoga, wobei je nach körperlichem Zustand auch andere Aktivitäten infrage kommen.

Darüber hinaus können verschiedene Hausmittel dabei helfen, das Problem mit den steifen Gelenken zu lindern. Hier können etwa ätherische Öle, Anwendungen der Kälte- und Wärmetherapie sowie das Kneten und Formen von Linsen oder Raps dabei helfen, die Beweglichkeit zu erhöhen und beizubehalten.



Hinweis: Dieser Artikel stellt lediglich einen groben Überblick zum Thema Morgensteifigkeit dar und ersetzt zu keinem Zeitpunkt eine vollumfängliche ärztliche Beratung.



Quellen:

https://www.rheumaliga.ch/assets/doc/ZH_Dokumente/Broschueren-Merkblaetter/Krankheitsbilder/Handschmerzen.pdf

https://flexikon.doccheck.com/de/Morgensteifigkeit

Mader, F. H. et al.: Allgemeinmedizin und Praxis. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007

Reining, R., Schweiger, A.: Endlich weniger Schmerzen. TRIAS, Stuttgart 2006

Zauner, R.: Rückenbeschwerden natürlich behandeln. Gräfe und Unzer, München 2003